Die Geschaftsführerin einer Firma erhielt eine Freikarte für die Aufführung von Schuberts unvollendeter Symphonie. Da sie selbst verhindert war, gab sie die Freikarte an einen befreundeten Evaluator weiter. Am nächsten Morgen fragte sie ihn: «Wie war es denn gestern Abend?». Anstelle einiger Bemerkungen zur Symphonie im Allgemeinen, erhielt sie eine schriftliche Aktennotiz mit folgendem Inhalt: 1. Für eine gewisse Zeit hatten die Oboisten nichts zu tun. Ihre Zahl sollte reduziert und ihre Arbeit gleichmäßig auf die ganze Zeit verteilt werden. 2. Alle zwölf Violinen spielten die gleichen Noten. Dies ist eine unnötige Vervielfach- -ung, weshalb die Besetzung verkleinert werden sollte. Sofern das Klangvolumen wirklich benötigt wird, kann ein Verstärker eingesetzt werden. 3. Viel Aufwand wurde getrieben, um Sechzehntel-Noten zu spielen. Dies scheint eine übertriebene Finesse zu sein. Deshalb wird vorgeschlagen, dass alle Noten zur nächsten Achtel-Note gerundet werden. So könnten auch Freizeitmusiker anstelle der Berufsmusiker eingesetzt werden. 4. Keinerlei Nutzen ergibt sich daraus, dass dieselbe Passage mit den Hörnern wiederholt wird, die bereits vorher von den Streichern gespielt wurde. Wenn alle redundanten Teile eliminiert werden, kann die Konzertdauer von zwei Stunden auf zwanzig Minuten verkürzt werden. 5. Die Symphonie hatte zwei Sätze. Wenn Herr Schubert seine musikalischen Ziele am Schluss des ersten Satzes nicht erreichen konnte, hätte er abbrechen sollen. Der zweite Satz ist unnötig und sollte gestrichen werden. 6. Angesichts dieser Punkte kann man nur zum Schluss kommen, dass Herr Schubert wohl – hätte er diesen Punkten mehr Beachtung geschenkt – ausreichend Zeit gehabt hatte, die Symphonie zu vollenden.

Herr Meier telefonierte mit der Klinik, um über den Erfolg der Unterleibsoperation, die am Vortag an seiner Frau vorgenommen wurde, Auskunft zu erhalten: - Hallo, ist da die Klinik? - Ja, bitte sehr! - Hier ist Herr Meier, ich möchte… In diesem Augenblick wurde Herr Meier versehentlich getrennt und mit dem Ingenieur Kunz., der gerade mit seinem Kunden wegen eines Motorrades telefonierte, verbunden: - Hallo, hören Sie? - Natürlich, alles in Ordnung! Sie können sie morgen abholen. - Hat sie alles gut überstanden? - Ja, gewiss, aber die Arbeit war sehr schwer. Wir haben ihr ein ganz neues Hinterteil eingesetzt. - Was, ein neues Hinterteil? Was Sie nicht sagen! - Ja, das war unbedingt notwendig. Das Loch war schon ganz ausgeleiert. Sie sind zu schnell auf ihr gefahren! - Was meinen Sie? - Ja, Sie brauchen gar nicht zu widersprechen. Es liegen keine Zweifel vor. Die Abnutzung der inneren Wände zeigt es sehr deutlich. Außerdem muss ich bemerken, dass Ihr Kolben nichts mehr wert ist. Er ist zu stark abgefahren. Heute früh haben wir einen anderen Kolben ausprobiert, der stärker und länger ist als Ihrer. Das Resultat war überraschend. Wir haben sie belastet, wie wir nur konnten. Nach einer erneuten Schmierung sind wir zu dritt auf ihr gesessen. Sie hat auch das tadellos überstanden. Zwar hat sie mit dem Hinterteil etwas geschleudert, gab aber zuletzt elastisch nach. Daraufhin fing sie nach dem Experiment an auszulaufen. Ferner haben wir durch Einlegung einer Gummidichtung die alte Öffnung verengt und die bei ihr dadurch aussteigenden Gase haben wir beseitigt, indem wir ein Auffanggerät mit Ventil eingebaut haben. Von hinten kamen wir auch ganz gut rein. Jedenfalls besteht die Aussicht, dass sie noch einige Jährchen benutzt werden kann, abgesehen davon muss aber noch… Hallo, hören Sie?

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